Tash-Horseexperience
Achtsamkeit, Das Tao der Pferde
Bodenarbeit Training mit alternativen Ansätzen

Ist Achtsamkeit der Schlüssel zur Pferdefreundschaft?

Ich denke ja!  Achtsamkeit bringt uns ein Stück weit der Empfindung und Wahrnehmung der Pferde näher. Sie hilft uns, das Pferd besser zu verstehen.

Wenn wir achtsam sind, können wir Aktionen und Reaktionen unserer Pferde besser einschätzen und anders werten.

Dazu möchte ich euch heute gerne ein Buch empfehlen, das mir auf meinem Weg zur Achtsamkeit einige Türen geöffnet hat und mich mitunter gelehrt hat, im Hier und Jetzt zu sein. Wie Pferde eben.

„Das Tao der Pferde“ 

Über den achtsamen Umgang mit dem Pferd

von Karsten Kulms

Das Tao der Pferde, Karsten Kulms

*

Pferde nehmen die Welt anders wahr als wir es tun. Pferde werten anders, Pferde interessiert es nicht, was gestern war, was morgen passieren wird. Sie leben im Jetzt. Das Wissen darum bringt uns ihnen näher als wir glauben.

 

Wahrnehmung und Fokus

Gepaart mit dem Wissen, dass Pferde alles um sich herum sehr präsent wahrnehmen, dazu viel weiter in die Ferne blicken als Menschen, entfernt sich der sehr menschliche Gedanke „heute sucht mein Pferd wieder die Nadel im Heuhaufen und erschrickt vor allem und jedem“ ganz schnell. Denn: Dein Pferd sieht Dinge, die du aufgrund der Einstellung deines Gehirnes nicht fähig bist, wahr zu nehmen.

Dein Pferd entdeckt in weiter Ferne etwas Interessantes, das du wohl erst siehst, wenn es direkt vor dir steht. Für das Pferd ist alles präsent. Der Bauer mit dem Traktor, die anderen Pferde auf der Weide, der Kollege, der ebenso im Moment auf dem Reitplatz gearbeitet wird. Alles.

 

Genetik, Auge und Gehirn

Das Pferd ist aufgrund seines genetischen Erbguts in der Lage, etwas mit einem Auge und der damit verbundenen Gehirnhälfte wahrzunehmen. Gleichzeitig kann es mit dem anderen Auge und der anderen Gehirnhälfte bereits nach Fluchtwegen suchen. Das meint es nicht böse, es ist einfach so veranlagt. Es kann nicht anders.

Ein Pferd kann sich nicht einzig und allein auf die Lektion konzentrieren, die wir im Moment verlangen. Es nimmt immer die ganze Umgebung wahr. Mit allem was in dieser Umgebung passiert. Weht der Wind, werden ihm noch weitere, fernere Informationen zugetragen, das alles ist gleich laut wie unsere Kommandos.

Üben wir uns also in Achtsamkeit, was bedeutet, dass wir die Dinge, die rund um uns geschehen, wahrnehmen, kommen wir den Pferden ein Stück weit näher.

 

Wir Menschen übersehen zu viel!

Der Satz aus dem Buch „Das Tao der Pferde“ von Karsten Kulms „Gehe acht Schritte achtsam.“ hat mich aufhorchen lassen. Wie oft gehen wir irgendwo entlang, ohne zu bemerken, was um uns herum geschieht? Alleine der Weg von der Küche ins Wohnzimmer. Wissen wir ganz genau, was sich auf dieser Strecke befindet? Wo welcher Schuh steht, ob Krümel am Boden liegen, wie die Pflanze im Vorraum steht, ob ihre Blätter glänzen oder vielleicht sogar zweifarbig sind? Ist heute ein neues Blatt gewachsen und haben wir uns daran erfreut?

Genau. Wir wissen es nicht. Oder haben dazu nur Vermutungen. Ist man aber achtsam, entdeckt man zum Beispiel auf einem Spaziergang im Wald plötzlich ganz vieles, woran man sich erfreuen kann.

 

Schneller Spaziergang durch’s Buch „Das Tao der Pferde“

Das Buch „Das Tao der Pferde“ entführt uns Anfangs in die Vergangenheit der Chinesischen Dynastien. Es erzählt uns vom Zusammensein zwischen Mensch und Pferd in der Vergangenheit. Es geht auf den weisen Laotse ein, lässt uns die Achtsamkeit üben, um dann ins Jetzt zu kommen.

Das jetzt ist ein weiterer wichtiger Bestandteil des Pferdeverständisses, wie ich es oben bereits angesprochen habe. Unsere Gedanken müssen ins Jetzt gelangen, um das Jetzt wahrzunehmen und zu genießen. Das ist bestimmt für manche von uns ein schwieriger Akt, wir sind verkopft, denken quasi den ganzen Tag über gestern und morgen nach, schweifen gedanklich vom Jetzt ab und befinden uns dann irgendwo im Nirgendwo.

 

Gedanken, Konzentration und Achtsamkeit

Die List aber ist, dass wir unsere Gedanken im Jetzt benötigen, um dem Pferd gerecht zu werden. Wir können das Pferd gedanklich unterstützen, sollten uns auf unser Tun konzentrieren und dem Pferd Achtsamkeit entgegen bringen.

Herr Pony ist ein Meister im Lehren der Achtsamkeit und der Präsenz meiner Gedanken. Bin ich unachtsam und konzentriere mich nicht, tut er es mir gleich. Sein gutes Recht, wie ich finde. Warum sollte er mir seine Aufmerksamkeit schenken, wenn ich nicht in der Lage bin, ihm meine zukommen zu lassen?

 

Übung macht den Meister

Zugegeben, das alles ist ein Prozess. Wir werden nicht von heute auf morgen Meister in der Achtsamkeit. Auch haben wir nicht von heute auf morgen unsere Gedanken und Gefühle unter Kontrolle.

Eines aber kann ich versprechen: Es fühlt sich richtig gut an, den Moment zu genießen. Den Alltag ruhen zu lassen, die Gedanken zu sortieren und im Jetzt zu behalten. Jeden Tag, an dem ich es schaffe, das Hier und Jetzt zu genießen, bin irgendwie freier als vorher. Zwei pferdige Stunden am Tag, an denen ich ganz bei den Pferden bin, geben Kraft für die anderen Dinge des Lebens.

 

Reichtum erwächst nicht aus Geld!

Ihr werdet selbst sehen, wie sehr ihr euer Leben damit bereichert. Und das eurer Pferde! 🙂 Das Buch beinhält auch ein paar kleine Übungen, ihr werdet eure Freude daran haben!

 

Das Buch kann ich wirklich von Herzen uneingeschränkt empfehlen, zu kaufen gibts das zB hier.

Das Tao der Pferde: Über den achtsamen Umgang mit dem Pferd*

Zur Achtsamkeit habe ich hier bereits ein paar Anregungen getextet.

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