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Verbringt mein Pferd gerne Zeit mit mir?
Training mit alternativen Ansätzen

Checkliste – Verbringt mein Pferd gerne Zeit mit mir?

Darüber konnte ich in den letzten Tagen viel nachdenken. Der Herr hat sich oft von mir abgewendet und klar gezeigt, dass er sich nicht wohlfühlt mit mir, mit meiner Ausstrahlung, mit meinem Verhalten – what ever!

Hier eine Checkliste, ob sich euer Pferd in eurer Nähe wohl fühlt, oder nicht. Quasi ein kleiner Anstoß, ob ihr mit eurem Verhalten angenehm seid, oder das Pferd irritiert / unbewusst auf Abstand bringt usw.

Das alles sind natürlich nur Anregungen! Der Möglichkeiten gibt es zu viele, als dass ich hier alle zusammenfassen könnte. Es ist also an euch, zu erkennen, warum das Pferdchen „keine Lust“ auf euch hat 🙂

 

Freut sich dein Pferd, wenn du in den Stall kommst?

Du kommst am Stall an, dein Pferd steht auf der Weide (hoffentlich?). Du begrüßt es (ich zum Beispiel rufe dem Herrn immer ein freudiges „Monkeyyyyyyy!“ entgegen – einer von vielen seiner Spitznamen). Wie reagiert das Pferd? Spitzt es die Ohren und versucht auszumachen, woher das Geräusch kommt? Wendet es sich dir zu? Kommt es vielleicht sogar angerannt? Oder ignoriert es das Rufen und bleibt unbeeindruckt stehen?

Wenn es bereits hier lieber weicht, sich abwendet oder sonst irgendwie negativ reagiert, machst du was falsch. Hier könntest du überlegen, ob du vielleicht generell negativ eingestellt bist, immer das Gleiche vom Pferd verlangst, oder ihm sonst wie nicht gut tust. Oftmals hilft es, wenn du einfach auf dein Pferd zu gehst, ihm etwas Gutes tust und ohne etwas zu verlangen, wieder gehst. Wohlfühlzeit schaffen quasi. Wenn du auch nicht auf das Pferd zu gehen kannst, ohne dass es nach Auswegen sucht, versuche, dich einfach ruhig irgendwo hin zu setzen / zu stellen und abzuwarten. Kommt das Pferd irgendwann doch an, freu dich, kraul es, oder mach ihm einfach Freude, um dann zu gehen und zufrieden zu sein. Ich denke, das ist schon schwer genug für uns, oder? 😀 Und ganz wichtig: Vergesst eure positive Einstellung nicht und lasst euch nicht ablenken von Gedanken des Tages 😉

Der Gründe für Ablehnung gibt es unzählige, insofern sehr schwer, hier alle aufzuzählen. Hier ein paar Anregungen zu Fragen, die ihr euch stellen könnt:

Bin ich gestresst, oder schlecht gelaunt?
Gehe ich zu bestimmt auf mein Pferd zu?
Ist meine Körperhaltung zu fordernd?
Hat mein Pferd Schmerzen?
Bin ich abgelenkt?

… Liste bitte unbedingt um unzählige weitere Punkte für euch selbst ergänzen! 😀

 

Schlüpft das Pferd freudig ins Halfter?

Hält dir das Pferd den Kopf hin, wenn du mit dem Halfter kommst, oder weicht es aus und versucht, dem Halfter zu entkommen? Hier ist es schwer, auszumachen, woran das Ausweichen liegt. Aber bestimmt an einer negativen Belegung. Der Herr zB schlüpft meist selbstständig hinein, wenn ich es nur anbiete. Tut er das nicht, ist irgendwas im Busch. Und ja, das liegt dann immer an mir.

Auch hier gilt wieder, in kleinen Schritten zu arbeiten. Halfter hinhalten und keines Falls das Pferd in die Ecke treiben oder sonst wie in Bedrängnis bringen. Halfter ruhig drauf, Pony loben, Halfter wieder weg. Wenn sich schon das Halfter negativ auf dein Pferd auswirkt, hast du ein Problem, das sich weiter durchzieht, denke ich. Manchmal ist weniger einfach mehr. Und jeder positive Abschluss ist ein Gewinn, wenn er auch noch so klein erscheint.

wieder ein paar Möglichkeiten der Fragestellung an euch selbst:

Sitzt das Halfter gut?
Verursacht es irgendwo Schmerzen?
Hat das Pferd schlechte Erfahrungen mit Halftern gemacht?
Bin ich gestresst, oder schlecht gelaunt? (die Dauerfrage!)
Gehe ich falsch auf das Pferd zu?
Bringe ich das Pferd in Bedrängnis?

… Liste bitte unbedingt um unzählige weitere Punkte für euch selbst ergänzen! 😀


Mag mein Pferd das Striegeln?

Das Striegeln und Putzen vor der Reit-/Longier-/Spaziereinheit sollte immer einen Wohlfühlfaktor fürs Pferd bedeuten! Mit Striegeln kann man so sehr an der Bindung, Muskelentspannung etc. arbeiten! Kann dein Pferd das Striegeln genießen? Wenn ja – Super! Wenn nicht, wieder her mit dem Katalog der unzähligen Fragen:

Benutze ich fürs Pferd angenehme Bürsten?
Striegle ich zu fest / zu schnell etc.?
Hat mein Pferd Schmerzen?
Bin ich gestresst, oder schlecht gelaunt? (jawohl, die Dauerfrage!)
Gehe ich falsch auf das Pferd zu?
Bringe ich das Pferd in Bedrängnis?

… Liste wiederum unbedingt um unzählige weitere Punkte für euch selbst ergänzen! 🙂



Das Training

Wie ihr ja wisst, arbeite ich mit positiver Verstärkung, was bedeutet, dass ich so wenig wie möglich (am besten keinen) Druck aufs Pferd ausübe, stattdessen richtige Aktionen oder Reaktionen sofort bestätige und belohne.

Auch hier aber passiert es, dass ein Pferd überfordert wird oder sich so sehr in die Arbeit stürzt, dass es gestresst ist und den Kopf ausschaltet.

Ein wichtiger Punkt also, ist das Thema Stress im Bezug aufs Training. Weniger ist immer mehr, verlangt also nicht zu viel von euren Tieren :). Auch solltet ihr darauf achten, eure Kommandos (egal ob mit Sitz, Zügelhilfe, Schenkeldruck, Korrektur mit Gerte, Sporen, etc. immer so sachte wie möglich ausgeführt werden. Ein ständiges Klopfen mit den Schenkeln stumpft euer Pferd ab und es lernt, diesen Druck zu ignorieren (Gewöhnung). Das ist auf alle Hilfsmittel zu beziehen.

Ihr wollt einen Fragen-Katalog? Gerne:

Reiten:
Störe ich mein Pferd in der Bewegung?
Baue ich zu viel Druck auf?
Ziehe ich am Zügel?
Plumpse ich in den Sattel (Immer wieder Sitzlongen ist das A und O der Reiterei)?
Verlange ich zu viel?
Hat mein Pferd verstanden, was ich von ihm will?
Gönne ich dem Pferd Pausen zwischen den Lektionen?
Lobe ich genug?

Longieren / Bodenarbeit:
Ist mein Pferd durch Hilfszügel und Fixierungen im Blickfeld oder der Bewegung eingeschränkt?
Gebe ich dauernd Drucksignale in seine Richtung, auch wenn es richtig reagiert?
Quatsche ich ununterbrochen wirres Zeug und verwasche somit Signale?
Achte ich auf meine Körperhaltung?
Achte ich auf meine eigene Energie?
Gönne ich dem Pferd Pausen zwischen den Lektionen?
Lobe ich genug?
Hat mein Pferd verstanden, was ich von ihm will?

Wiederum könnt bzw. müsst ihr den Fragenkatalog um viele Punkte ergänzen, jedes Pferd ist individuell, jeder Mensch agiert individuell 🙂

Woran ihr denken müsst, wenn euer Pferd plötzlich nicht mehr mit machen will, hab ich im Artikel „Der hat einfach keine Lust!“ schon mal zusammen gefasst. Hier findet ihr auch ein paar Anregungen zu Möglichkeiten, warum sich das Pferd widersetzt.

 

Grundlegende Konzentration des Menschen

Wichtig ist es, dass ihr euch tatsächlich aufs Pferd und die gemeinsame Zeit zu konzentriert. Das Pferd sollte niemals nur so nebenbei erledigt werden. Auch wenn ihr eine Freundin mit im Stall habt, solltet ihr eurem Pferd die Aufmerksamkeit geben, die ihm zusteht. Wir können nicht verlangen, dass sich das Pferd ordentlich benimmt und konzentriert, wenn wir selbst nicht bei der Sache sind. Eigentlich logisch, oder?

Auch wichtig ist es, dass ihr einen Plan im Kopf habt und nicht einfach drauf los übt. Wenn ihr verwirrt seid, hat das Pferd keine Möglichkeit, herauszufinden, was ihr ihm beibringen wollt 🙂 Dann zu sagen „der will nicht“ wäre nicht fair. Also erst denken, dann handeln!

Sich selbst zu hinterfragen muss ein Pferdemensch lernen… dafür aber wirds das Pferd auch danken!

Wollt ihr noch gereimte Gedanken eines Friesen zum Thema? Dann hier lang!

Genießt die Sonne!

Allerliebste Grüße,
Tash

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6 Comments

  • Reply
    ponyliebe.com
    at

    Tanja, das ist ein sehr schöner Artikel und ich muss dir auch in vielen Punkten Recht geben 🙂 Jedoch würde ich aus meiner Sicht folgendes ergänzen: Es muss nicht IMMER an mir liegen, dass das Pferd nicht will, manchmal hat auch das Pferd einen schlechten Tag (wäre ein Couchtag bei mir zum Beispiel, also vor der Welt verstecken und mimimimi und so) und den darf es auch haben, finde ich 😀

  • Reply
    Tash
    at

    Schlechte Tage haben wir alle 😀 Aaaber, wenn das Pferdchen generell dazu neigt, uns auszuweichen, sollten wir uns hinterfragen – immer! Liebe Grüße an Dich, lieber Schlumpf 🙂

  • Reply
    ponyliebe.com
    at

    Ja, da hast du natürlich völligst Recht! Ich hab mir nur lange immer die Schuld gegeben und einfach völlig ausgeblendet, dass grad ein Stuti, manchmal eben auch einfach keine Lust hat. Heute hab ich die richtige Balance gefunden und sehe ganz gut, woran das „keine Lust“ liegt – an mir (uhoh) oder an äußeren Ponyumständen (Sonne, Heu, Gras, einfach bäh heute, etc). Für mich war das eine ganz wichtige Erkenntnis!

  • Reply
    nadja
    at

    Ich hätte da noch eine Ausrede: Es liegt am Charakter des Pferdes 😀 Ehrlich. Also ich denke in der Tat, dass es introvertiertere Typen gibt, die ihre Ruhe wollen, und wildere, die gern Party machen.

  • Reply
    Tash
    at

    Und da liegts dann wieder an dir, die richtige Motivation für jeweiligen „Typ“ zu finden, hm? 🙂

  • Reply
    Marleen
    at

    Tony ist immer so begeistert das er das Halfter aufessen will 😉

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