Für mehr Empathie in der (Pferde)Welt

Das Wort Empathie hört man in letzter Zeit immer öfter. Vielleicht hab ihr auch schon davon gehört und google zur Bedeutung dieses Wortes befragt? „Empathie ist die Fähigkeit  Erlebnisse anderer nachzuempfinden und sich in Gefühle anderer einzufühlen sowie das Nutzen dieses Verständnisses um ethisch und mitfühlend zu handeln.

 

Geschichten, die das Leben schreibt

Ich sitze auf einer Parkbank und beobachte, was um mich herum geschieht. Dabei fällt mir wieder auf, wie wenig Menschen miteinander kommunizieren. Die heutige Zeit ist geprägt vom Internet, von Games und Apps am Smartphone. Ich konnte sogar einmal beobachten, wie vier Teenies neben einander saßen, jeder hält sein Smartphone in der Hand und tippselt. Mal lächelt einer, mal guckt man zu den anderen hinüber. Gesprochen wird nicht. Angelächelt wird das Telefon, das Tippseln geht weiter.

 

Welcher Superheld gefällt dir besonders?

Ich unterhalte mich mit einem Jungen. Frage ich ihn, wie sein Schultag war, kommt ein „gut“. Alle weiteren Erzählungen des Buben handeln von Fernsehserien, von Games und Feinden, die er heute auf der Playstation besiegen konnte. Dann folgt ein „Ich wünschte, ich hätte Pokemon Go am Handy“ und  „Wer ist eigentlich dein Lieblingsheld?“ Mit meiner Antwort „Meine Lieblingshelden sind die Ponys!“ kann der Bub nichts anfangen… Er geht – vermutlich fernsehen.

 

Pferdegeflüster und Koppelgespräche

Ein weiteres Gespräch, gemeinsam mit einer Freundin besuche ich Pferde auf der Weide. Ich sehe einen Schimmel in der Sonne dösen. „Guck, seine Hufglocke ist nach oben gerutscht.“ „Lass ihn lieber, er ist nicht sehr berechenbar.“ Ich überlege kurz… Wenn ich aber immer vom Schlechten ausgehe, kann ich nichts gutes erfahren und die Glocke stört die Durchblutung, wenn sie so bleibt. Also gehe ich hin und löse das Problem. Das Pferd lässt mich machen. Später bekomme ich die Geschichte zu dem Schimmelchen erzählt.

 

Vom Zuhören und Hinfühlen 

Herr Schimmel hat uns zugehört und gesellt sich zur erzählenden Freundin. Sanft und vorsichtig, so als würde er sagen „Wenn ich mich wehre, bedeutet das nicht, dass ich böse und gefährlich bin. Ihr Menschen hört einfach nicht zu. Wenn ihr mir weh tut, reicht es oft nicht, dass ich die Ohren anlege, meine Augen weit aufreiße oder mit Trägheit reagiere. Erst, wenn ich bocke, hört ihr zu. Nicht ich muss an mir arbeiten, meine Menschen sollten sich öffnen und hinhören – hinfühlen.“ Jede Bitte, doch etwas Abstand zu halten beantwortet er höflich und wohlwollend mit einem Ausweichen der Geste.

 

Bleibt die direkte Kommunikation auf der Strecke?

Ich habe Angst. Angst, dass wir Menschen bald ganz verlernt haben, mit einander zu kommunizieren. Damit meine ich nicht nur gesprochene Worte, sondern auch Gesichtsausdrücke. Vielleicht sollte man Smileys erfinden, die ganz genau wiedergeben können, wie wir uns fühlen, damit unser Gefühl fürs Gegenüber nicht ganz schwindet. Oder wir öffnen uns der Welt wieder ein Stückchen, lassen das Smartphone einfach mal liegen, setzen uns neben einen Menschen und fangen an zu reden. Einfach so.

 

Seht den Pferden zu und lernt!

Warum erzähle ich euch das alles? Pferde sind Meister der Kommunikation. Pferde beherrschen ganz viele Gesichtsausdrücke, sind sehr emotionale Wesen. Pferde können uns dabei helfen, empathische Menschen zu sein und zu werden. Sie unterstützen uns dabei, unser Gegenüber wahrzunehmen, es einschätzen zu lernen und wohlwollend zu reagieren.

 

Seid hilfsbereit und gütig!

Zugegeben, ich war nie ein besonders egoistischer Mensch. Ich bin immer bedacht darauf, dass es anderen gut geht, ich helfe wo ich helfen kann. Diese Eigenschaft hat mir den Weg etwas leichter gemacht, weil ich nicht erst noch gegen mein Ego ankämpfen musste. Groß ist man dann, wenn man anderen Größe gönnt. Freut ihr euch, wenn sich euer Pferd mit eurer Unterstützung weiter entwickelt? Nicht, weil ihr es dazu gezwungen habt, sondern weil ihr ihm dabei helfen konntet, die richtige Antwort zu finden?

 

Wir müssen uns öffnen, mehr Empathie für die Welt!

Wir sollten wieder lernen zuzuhören. Sollten uns für andere öffnen, ihre Gefühle wahrnehmen, versuchen mitzufühlen und zu unterstützen. Unsere Gedanken sollten sich nicht nur um Erfolg, das Erreichen des nächsten Treppchens oder der unbeantworteten Nachricht am Messenger drehen. Es gibt eine Umwelt um uns, die wir wahrnehmen, ernst nehmen und ergänzen können. Dann haben wir auch wieder den Weitblick, der uns über die ganze Welt schauen lässt, uns selbst bewusster leben lässt und Schicksale von Mensch und Tier verstehen lässt.

Wie uns Pferde dabei helfen können, sozial kompetent zu sein 

  • Wenn wir die Verantwortung für ein Pferd übernehmen, lernen wir, für andere da zu sein. Ein Pferd ist immer zu einem gewissen Teil von unserer Zuverlässigkeit abhängig. Es wird selbstverständlich für uns, dass wir unseren Freund Pferd nicht im Stich lassen und uns regelmäßig um sein Wohlergehen kümmern.
  • Im Reitstall haben wir automatisch Kontakt zu anderen Reitern. Wir sind von Anfang an gefordert, Konflikte zu lösen und auf andere einzugehen. Mit diesem Kontakt wächst unsere Kompetenz in Sachen Kommunikation und Empathie.
  • Wir lernen, Rücksicht zu nehmen. Unsere Pferde lehren uns einen fairen Umgang mit Lebewesen. Schon im Kindesalter sammelt man viele Erfahrungen zum Thema Gerechtigkeit. Wer mit Pferden arbeitet, lernt zu lehren und lässt sich auch vom Pferd belehren. Man erfährt schon früh, was es mit Grenzen und Regeln auf sich hat.
  • Wir lernen zuzuhören, anstatt uns nur mitzuteilen. Pferde sprechen eine stille Sprache, wir müssen genau hin sehen und hin fühlen, wenn wir unsere Pferde hören wollen. Nicht immer richtet sich alles nach unseren Wünschen, auch die Wünsche der Pferde werden berücksichtigt.
  • Ein wichtiger und abschließender Punkt: Im Stall gibts frische Luft, Tiere, Menschen und grüne Wiesen und Wälder anstatt kahler Wände, Computerspielen und Smartphones. Wir sind im Hier und Jetzt, die ganze schnelllebige Welt bleibt für ein paar Stunden stehen und lässt uns durchatmen.

Reiter für Afrika

Reiter für Afrika ist eine Aktion von Partnerschaft für Afrika. Frederike Heidenhof (Co-Autorin von Uta Gräf) ist Gründerin dieses bereits seit über 10 Jahren bestehenden gemeinnützigen Vereins. Dieser konnte bisher ein Waisenhaus für Aidswaisen und eine Grundschule aufbauen. Es werden Perspektiven geschaffen, die Situation vor Ort wird nachhaltig verbessert, so dass die betreuten Menschen lernen, für sich selbst zu sorgen.

Gemeinsam für das große Ganze

Nicht nur ich beteilige mich an dieser schönen Aktion. Hier bei alifewithhorses.de findet ihr alle Beiträge zum heutigen Aufruf „Reiter für Afrika“. Vielen Dank auch an die weiteren Teilnehmer (unter Anderem die Pferdeflüsterei und Herzenspferd!) für eurer Engagement!

Wie wir helfen können?

Egal, ob Einzelspende, Patenschaft oder aktiven Aufrufen wie zum Beispiel „Reiter für Afrika“. Jede Hilfe zählt, jede noch so kleine Spende ist am Ende groß, wenn sich viele kleine zusammen tun. Wenn du zusätzlich aufzeigen willst, dass du dich hierfür engagierst, kannst du hier sogar Schabracken mit dem tollen Logo kaufen!

 

Reiter für Afrika

One thought on “Für mehr Empathie in der (Pferde)Welt

  1. <3 Sehr schöner Text! Gefällt mir sehr gut und spricht mir echt aus dem Herzen.

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