Tash-Horseexperience
Voraussetzung für Vertrauen
Bodenarbeit Training mit alternativen Ansätzen

Drei Voraussetzungen für das Vertrauen des Pferdes

Wenn ihr euch vor ein weisses Blatt Papier setzt und darüber nachdenkt, wie man euer Vertrauen erlangt, was wird man auf diesem Blatt Papier am Ende lesen können?

 

Wenn wir nicht ehrlich sind, wie soll man uns vertrauen? 

Ein Wort, das euch allen dazu einfällt, ist wohl die Ehrlichkeit. Und dazu gleich die nächste Frage. Seid ihr ehrlich zu anderen? Ehrlich zu euch selbst? Sagt ihr immer alles so, wie ihr es meint? Vermutlich nicht. Und das ist der Punkt. Ich denke, es ist sogar menschlich, nicht immer ehrlich zu sein. Sich Gefühle einzugestehen, zu zeigen, dass man traurig ist, wenn man traurig ist. Man präsentiert sich stärker als man tatsächlich ist, aus welchen Gründen auch immer.

Wie gesagt, das ist menschlich. Menschlichkeit in dieser Form aber, und das ist eine gute Nachricht, hat beim Pferd nichts verloren. Das Pferd weiß binnen Sekunden, wie es euch geht, wie ihr gelaunt seid, ob ihr ehrlich seid.

Gestern. Ich war traurig, dieses Gefühl kann man manchmal einfach nicht überspielen. Ich war traurig über den Verlust einer Freundin. Niemals hätte ich versucht, meinen Pferden Fröhlichkeit vorzuspielen. Das hätte überhaupt keinen Sinn. Und dazu: Wie soll ein Pferd vertrauen zu uns gewinnen, wenn wir nicht echt sind? Wenn wir vorgeben, etwas zu sein, das wir nicht sind? Wie soll das Pferd lernen, uns ernst zu nehmen, wenn wir nur so tun als ob?

Rosa übrigens, fördert Herzenswärme und Harmonie. Und: Gänseblümchen machen fröhlich! 😉

 

Voraussetzungen für das Vertrauen des Pferdes

 

Sanftmut – was bedeutet das eigentlich? 

Kommt ihr manchmal verärgert in den Stall? Seid hektisch, unausgeglichen und unruhig? Wie präsentiert ihr euch dem Pferd? Nehmt ihr all den Zorn und Ärger mit in den Stall und tobt euch so richtig aus? Das Pferd tut seinen Teil dazu und funktioniert einfach nicht. Das macht es, um euch noch mehr zu ärgern, ist doch so?

Nein. Vermutlich seid ihr einfach nicht gerecht. Und nicht sanftmütig genug, um der Pferdeseele gerecht zu werden. Und wieder veranlasst ihr euer Pferd dazu, sein Vertrauen in euch in Frage zu stellen.

Ihr sollt euren Ärger nicht verdrängen, so viel darf gesagt sein. Es ist wichtig, sich Gefühle bewusst zu machen und diese auch auszuleben, zu fühlen. Was Ärger betrifft aber, muss euch klar sein, wem der Ärger gilt. Und in der Regel ist nicht das Pferd Schuld an der Misere, sondern irgendwas oder jemand, der euch an diesem Tag über die Leber gelaufen ist.

Sanftmut bedeutet in diesem Zusammenhang also, dass wir uns bewusst machen müssen / dürfen, wem unser Ärger gilt und nicht unser Pferd dafür verantwortlich machen, bzw. dafür bestrafen sollten, was jemand anderes angerichtet hat.

In solchen Situationen hilft es vielleicht, sich kurz zu sammeln und zu überlegen, um dann auf eine faire Weise weiter arbeiten zu können. Oder man lässt den Ritt einfach mal aus und lässt sich vom Pferd bereichern, in dem es einfach in unserer Nähe ist.  What ever. So zeigt ihr eurem Pferd, dass es sich auf euch verlassen kann, auch wenn ihr mal nicht so guter Stimmung seid. Und das schafft vertrauen.

Die Farbe Grün harmonisiert und regeneriert. Wenn ihr also im Stress seid, setzt euch einfach ein paar Minuten auf die Pferdeweide und genießt den Moment.

 

Und damit kommen wir schon zum letzten Punkt – die Gerechtigkeit

Ich habe gelernt, den Tagesärger in Freude umzuwandeln. Und zwar, indem ich unvoreingenommen auf meine Pferde zu gehe und mir bewusst mache, dass sie zu meinem Ärger nicht beigetragen haben.

Einer muss es ja ausbaden, denkt ihr? Nein. Und wenn, dann bitte der Auslöser. Das macht euch zu gerechten Pferdemenschen. Seid einfach eurem Pferd ähnlich und lebt den Moment. Im Jetzt und Hier ist es egal, was vor einer Stunde passiert ist. Und ebenfalls ist es unwichtig, was am Abend auf uns wartet. Es zählt der Moment. Und der ist immer gut, wenn ihr euch drauf einlassen und ihn wertfrei genießen könnt.

Wie ihr es schafft, in den Moment zu kommen, lest ihr in meinem Artikel „Sei im Moment, so fühlst du wie ein Pferd“.  Noch ein Tipp: Türkis fördert die Kommunikation zwischen Mensch und Tier. 

 

Zusammengefasst bedeutet das für uns Pferdemenschen: 

 – Seid echt und verstellt euch nicht!

– Bestraft euer Pferd nicht dafür, dass euer Tag euch übel mit gespielt hat!

– Seid gerecht und lebt den Moment!

 

Wie ihr mit Pferden Freundschaft schließen könnt, lest ihr auf Pferde-Verstehen. 

Die Pferdeflüsterei ist auch im Hier und Jetzt!

Ein Pferd kann niemals in einen Menschen vertrauen, der unberechenbar ist. Wenn ihr euch die oben genannten Punkte zu Herzen nehmen und zukünftig drauf achten könnt, kommt ihr dem Vertrauen aber ein ganzes Stück näher.

 

Vertrauen*

You Might Also Like...

2 Comments

  • Reply
    Pferdeflüsterei
    at

    Ehrlichkeit mit uns selbst und mit den Ängsten und Erwartungen bei der Zusammenarbeit mit dem Pferd, Gerechtigkeit für das Pferd und für unsere eigenen Fehler, Sanftmut bei den Ängsten, Wünschen und Vorstellungen des Pferdes und auch für uns – drei so schöne Wörter. Ich LIEBE deinen Artikel. Danke dafür. Daran sollten wir uns immer wieder erinnern – egal ob es um die Pferde oder auch uns selbst geht. Ich würde noch das Lächeln hinzufügen, an das wir uns in jeder Situation erinnern sollten – denn es hilft zu entspannen und die Dinge im richtigen Licht zu sehen. Hach, es gibt noch so viele Herzenswörter, die wir immer mit uns mitnehmen sollten. Ganz liebe Grüße, Petra

    • Reply
      Tanja
      at

      Du hast sooooo recht, liebe Petra! Mein Lächeln taucht schon so automatisch in meinem Gesicht auf, wenn ich mit meinen Pferden bin, dass ich es fast als selbstverständlich sehe… <3

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: